Schweinesonnen

Tierdarstellungen in der zeitgenössischen Malerei

Teilnehmende KünstlerInnen in Lautern:

Jörn Peter Budesheim (Kassel): Das philosophische Tier
Klaus Harth (Merchweiler/Saarland): Das Serielle als Tier
Vera Kattler (Saarbrücken): Das Fremde im Tier
Veronika Olma (Enkenbach): Das Tier und das nichtmenschliche Tier
Oliver Kelm (Mainz): Das Tier als Metapher
Jens Andres (Karlsruhe): Das Tier als Kommentator
Armin Rohr (Saarbrücken): Das Tier als Projektion

Die Ausstellung startete im Februar in Berlin in der Galerina Steiner mit der Ur-Besetzung Budesheim, Kattler, Olma, Rohr. Der damalige Kurator, Organisator und Vermittler war Jörn Peter Budesheim aus Kassel. Die MalerInnen hatten sich fast alle über facebook kennengelernt. In Berlin traf man sich zum ersten Mal „live“.
Das Projekt ist jetzt als Wanderausstellung, quasi als „Tiertransport“, gedacht. Die nächste Station war Kaiserslautern sein, im nächsten Jahr sind Saarbrücken und Kassel angedacht.

In Kaiserslautern werden sieben KünsterInnen vorgestellt, das Kuratorenteam ist hier Veronika Olma und Vera Kattler, beide Mitglieder der KWG.

Jens Andres: Das Tier als Kommentator

Jens Andres´ Arbeiten fordern den Betrachter. Der Künstler stellt Fallen auf, durch die er ihn zunächst auf eine falsche Spur lockt, um ihn dann von hinten auf in seinen Bildern versteckte Gedanken und philosophische Äußerungen zu schubsen. Auf seine ironisch-tiefsinnige Art hinterfragt er die großen existentiellen Themen und gesellschaftlichen Problematiken genau wie vermeintlich selbstverständliche Situationen des Alltags und zeigt ihre Ungereimtheiten auf. So hieß seine letztjährige Ausstellungsreihe „Archiv für nicht gestellte Fragen“.

www.jens-andres.de

 

 

Jörn Peter Budesheim: Die philosophischen Tiere:

Seit ca 2010 arbeitet Jörn Budesheim kontinuierlich an einer Bilder-Serie von überwiegend kleinformatigen Arbeiten. Dabei macht er Tiere, welche in der Philosophie des Abendlandes eine Rolle spielten, zum Ausgangspunkt seiner Malerei. Zu den Helden der Serie zählt zum Beispiel die Fliege, welcher der Philosoph Wittgenstein den Ausweg aus dem Fliegenglas zeigen wollte, aber auch das Pferd, das Nietzsche kurz vor dem Wahnsinn in Turin umarmte.

Klaus Harth: Das Serielle als Tier

„Die Serie „einen vogel zu haben ist besser als nichts zu haben: “ entsteht seit Mai 1997. Ursprünglich auf 100 Bilder hin angelegt sind aktuell (Stand Juni 2017) 1475 Bilder entstanden. Eine – vielleicht auf’s Unendliche hin angelegte – Untersuchungsreihe über das Funktionieren von Bildern. Viele Themen und Nebenthemen haben sich über die letzten 20 Jahre hin eingestellt, wobei mich am Anfang in erster Linie interessiert hat: Darf man sowas überhaupt? Gestehe ich mir selbst es zu, Vögel zu malen? Kann man das glaubwürdig tun? Schlägt Quantität irgendwann in Qualität um? Du sollst dir kein Bildnis machen, aber: versteht man mehr von der Welt, wenn man sich 1475 Bildnisse von etwas macht?“

www.zeichenblock.info

https://www.facebook.com/klaus.harth.71

www.harthbasel.de

 

Vera Kattler: Das Fremde und das Vertraute im Tier

„Bei meiner künstlerischen Arbeit geht es mir hauptsächlich darum, Vertrautes im Fremden und umgekehrt, Fremdes im Bekannten zu sehen.“

www.verakattler.blogspot.com

 

Oliver Kelm: Das Tier als Metapher

Für die Falter hat Oliver Kelm Arbeitsbekleidung aufgetrennt und mit Motiven des speziellen Lebensraumes versehen. Wie in der Natur erzählen Name und Erscheinungsform viel über die Lebensbedingungen der jeweiligen Kreatur.

www.oliverkelm.de

 

Veronika Olma: Das Tier und das nichtmenschliche Tier

„Das Wundern über die eigene Existenz, und die aller anderen Geschöpflinge, sowie die ambivalenten Beziehungen dazwischen, bilden den Anlass für mein künstlerisches Schaffen in Malerei, Zeichnung, Fotografie und Objekt. Das Wundern ist so groß, dass der künstlerische Ausdruck nur ins Bizarre, Rätselhafte, Poetische oder Ironische münden kann.“

www.olma.de

 

Armin Rohr: Das Tier als Projektion

Tatsächlich sind viele Protagonisten in Armin Rohrs Bildern entnommen aus der Welt unserer Kinderzimmer: Cowboys, Indianer, Ritter und: jede Menge Tiere. Er löst die Motive aus den ursprünglichen Zusammenhängen und bringt sie auf Leinwand und Papier in einen neuen, malerischen Kontext. Viele seiner Figuren sind uns bekannt, manche entsprechen realen Personen oder kommen uns bekannt vor: Allerdings erhalten sie in den Bildern eine andere Konnotation, eine andere Bedeutung. Armin Rohr zeigt sich als sensibler, kritischer Beobachter; seine Strategie zielt auf eine Verunsicherung des Betrachters.

www.arminrohr.blogspot.de